Archiv für Februar 2012

War gut. Ist gut. Bleibt gut.

Ein Beitrag zum Themengebiet Hören., geschrieben am 28. Februar 2012 von Thomas.

Hey Leute, aufgepasst, ihr interessiert euch irgendwie für Jazz, wisst aber nicht, wie ihr das Thema angehen sollt? Dann kommt mal mit, ich nehme euch mit in ein faszinierendes Musikuniversum. Und keine Angst, wir fangen mit ganz leichter Kost an.

Das erste richtige Jazzstück, das ich jemals wirklich gut fand war Take Five von Paul Desomnd in der Urversion des Dave Brubeck Quartets. Eingespielt 1961, erschienen auf Time Out. Ein Album, das sich ganz bewusst vom damals üblichen 4/4-Takt löste, befreite, den bis dahin festgeschriebenen Rahmen verliess. Take Five liegt zum Beispiel ein 5/4-Takt zu Grunde. Und gehört für mich dank des total relaxten und weichen Spiels von Altsaxofonist Paul Desmond zu den ganz großen Klassikern dieses Genres. Und das Album vielleicht zu den besten des Quartetts.

Was auch immer gut zu hören ist, sind die ganzen Jungs aus Brasilien, speziell Stan Getz und Joao Gilberto und ihr gleichnamiges Album. Klassiker wie Desafinado und The Girl Fom Ipanema sind einfach der ultimative Soundtrack jeden Sommers. Bossa Nova halt. Nicht wirklich komplex. Eher total entspannt. Was wahrscheinlich den Reiz ausmacht. Denn alle Musiker spielen weit unter ihren technischen Möglichkeiten. Dazu haucht beim Girl Gilbertos Frau Astrud ein paar Zeilen ins Mikro. Fertig war eines der erfolgreichsten Alben der Brasilianischen Schule. Sofern es die überhaupt gab.

http://www.youtube.com/watch?v=BwNrmYRiX_o&feature=related

 

 

Das ist so toll. In jeder Beziehung.

Ein Beitrag zum Themengebiet Arbeiten., geschrieben am 24. Februar 2012 von Thomas.

 

 

Und was kommt dann?

Ein Beitrag zum Themengebiet Arbeiten., geschrieben am 22. Februar 2012 von Thomas.

Die Zukunft des Reisens. Wie die wohl aussieht? Und wo führt sie hin? Heute ist wirklich nur eines sicher: Es bleibt in jedem Fall echt spannend!

Nehmen wir mal an … heute wäre nicht heute, sondern, sagen wir … heute wäre, na gut … 2025. Wir haben uns auf der Erde alle Zielgebiete erschlossen. Gebiete, die vor 20 Jahren noch nicht so einfach für jeden zu erreichen waren. Wir haben neue Reiseformen entwickelt. Formen, die es uns erlauben, so zu Reisen, wie wir es schon immer wollten. Zu Lande, auf dem Wasser und in der Luft. Von ganz authentisch bis rundum luxuriös. Kurz und gut: Es bleiben einfach keine Wünsche offen.

Aber wie sieht dann wohl eine Reise mit dem Flugzeug aus? Werden aus fliegenden Bussen dann vielleicht fliegende Vergnügungsparks? Kommt dann keine Stewardess mehr mit dem Essen an den Platz, sondern essen wir dann in einem von vielen Themenrestaurants?

Und wohin führt uns der Weg? An die schönsten Strände der Welt. Auf die höchsten Gipfel der Erde. Aber auch auf den Grund des Meeres? Werden wir in groß angelegten Unterwasserhotels mit den Fischen um die Wette schwimmen? Und vielleicht Tennis in 250 Metern Tiefe spielen?

Vielleicht wird dann ja eine Reise nach Australien zu einem ganz bequemen Wochenendtrip. Weil es Jets gibt, die die Strecke in zwei statt in zwanzig Stunden schaffen. Irgendein Hyperantrieb macht das möglich. Oder verreisen wir dann nur noch mental? So in einer Art Cyberspace und der Körper kommt gar nicht mehr vom Fleck? Statt am Flughafen einzuchecken gehen wir in das Reisebüro an der nächsten Ecke. Dort buchen wir die Reise ins Ich. Und sind, wenn wir wollen, in ein paar Stunden wieder da. Gut ausgeruht und bestens unterhalten.

Wer weiß schon heute, was morgen noch alles kommt. Aber wir bleiben in jedem Fall dran. Denn wir haben uns voll und ganz dem Urlaub verschrieben. Heute, morgen und übermorgen. Hier, da und anderswo.

(Dieser Text erschien in leicht veränderter Form vor mittlerweile zehn Jahren in der Imagebroschüre eines Touristikkonzerns)

Clichy. Traditionell? Gut!

Ein Beitrag zum Themengebiet Essen., geschrieben am 16. Februar 2012 von Thomas.

Das letzte ernsthaft betriebene Restaurant, aus einer Zeit, in der weit mehr als eine Handvoll Michelin-Sterne über Hannover strahlten. Eine Bestandsaufnahme.

Erstens: Bei weinseligen Diskussionen in den von schwedischen Möbelhäusern durchgestylten Küchen der Stadt unbedingt darauf achten, dass der hier total gern und immer ein wenig zu arrogant gebrauchte Begriff »Edelrestaurant« zumeist von Leuten benutzt wird, die in ihrem Leben noch kein Lokal in dieser Kategorie von innen gesehen haben.

Zweitens: Noch später am Abend, nach noch mehr Wein, den man selbst natürlich nur sehr wohldosiert zu sich genommen hat, mal ein Auge und ein Ohr dafür haben, wo die Kinderstube der Anwesenden stand. Denn merke: Du bekommst den Mann, natürlich auch die Frau, zwar aus der Plattenbausiedlung, die Plattenbausiedlung aber nicht aus dem Mann. Oder aus der Frau, was ich, ehrlich gesagt, aber noch viel schlimmer finde.

Drittens: Und wer dann am nächsten Morgen in der lokalen Tagespresse lesen kann, wie der Wirt der Woche gefragt wird, welches gastronomische Angebot der Stadt wirklich fehlt und der dann »Ein Sternerestaurant!« sagt, mal kurz dran denken, wie viele Michelin-Sterne wir in Hannover mal hatten. Geblieben ist keiner.

Viertens: Eines dieser Restaurants aus der kulinarischen Blüte der Stadt gibt es aber immer noch, Ekkehard Reimanns Clichy, das still auf einer Ecke am Weißekreuzplatz liegt. Ohne Stern, aber mit viel Seele, einem zackigen Service, klassischem Ambiente, kleiner Küche. Also, in Quadratmetern gemessen. Dazu Chef, der mit seiner Gelassenheit dafür sorgt, dass man sich wohl fühlt. Ein wahrer Grandseigneur der Szene, der den Feierabend noch immer ab und zu im »Casa« ausklingen lässt.

Fünftens: Freitagabend, alles schön, die Woche hatte sich gewaschen, von explodierter Espressomaschine bis kollabierter Assistentin war so ziemlich alles drin. Spontan essen gehen? Klar! Mal wieder ins Clichy? Immer gut! Im wahrsten Sinne des Wortes, denn der Herr Reimann und sein Küchenchef, der Herr Nussbaum, schaffen es, hier Qualität auf den Tisch zu bringen. Klassisch, ohne viel Gezicke, kein Teller-Ikebana, klare Kante, es geht um gute Produkte und ihre ordentliche Zubereitung. Passt.

Sechstens: Und sonst so? Service, aber bitte mit Herz! Wie in allen Reimann-Restaurants ist der im Clichy hervorragend. Unaufdringlich, smart, professionell. So will man das am Ende eines harten Tages. Der unglaublich freundliche Herr Sonntag zieht eine Flasche Sauvignon Blanc für mich auf und ich weiß: Diese Woche kommt zu einem guten Ende.

(Dieser Artikel erschien in »Hannover geht aus«, Ausgabe Winter 2011)

1988.

Ein Beitrag zum Themengebiet Hören., geschrieben am 13. Februar 2012 von Thomas.

 

Oscar`s.

Ein Beitrag zum Themengebiet Trinken., geschrieben am 8. Februar 2012 von Thomas.

Mal dem Volk aufs Maul geschaut … Dummheit frisst. Intelligenz säuft. Mmmhhh. Also Double Burger mit Käse und Fritten. Gegen Bombay Sapphire Tonic mit einer Scheibe Limette und Eis. Da weiß ich natürlich sofort, durch welches Tor ich renn. Cheers! Reden wir also heute mal übers Trinken. Mit Niveau. Und, meistens zumindest, mit Verstand. Das ist unter normalen Umständen ja durchaus möglich. Ganz schlechte Gesellschaft, harte emotionale Herausforderungen oder überaus tolle Frauen lassen einen jedoch ab und zu die gesellschaftlichen Konventionen vergessen. Nicht gut, ich weiß, aber irgendwie menschlich, denke ich. Tja.

Wer sich in Hannover mit Stil den alkoholischen Herausforderungen des Lebens stellen möchte, der hat, sagen wir mal, nicht wirklich viele wahrhaft gute Anlaufpunkte. Denn der Stadt, die ja eigentlich alles hat, fehlen … gute Tresen! Also reine Bars. Denn davon gibt es in Hannover eigentlich nur eine wirklich gute und das ist Thomas Fischers Oscar`s vis-a-vis der Börse. Mir im Prinzip vom Ambiente ein wenig zu englisch, aber letztlich der einzige Betrieb, in dem das Thema Bar wirklich verstanden wird. Klassisch, smart, diskret.

Die Auswahl der Whiskeys ist legendär. Ich kann dazu nichts sagen, denn ich kenne mich da nicht wirklich aus. Selbst nach ein paar Probiersets, die man Rookies wie mir gern anbietet, bin ich da noch nicht weiter. Bin eher so der Typ für klassische Cocktails, Manhattan, Martini, Mai Thai oder Longdrinks, Gin Tonic, sowieso der beste Drink der Welt, den man im Oscar`s eben nicht nur mit Gordon`s & Co. bekommt, sondern mit allerlei exotischen Gins, da sollte man sich immer auf die Empfehlungen der Barkeeper verlassen, außergewöhnliche Geschmackserlebnisse sind dann garantiert. In diesem Sinne: The way to drink a cocktail is quickly, while it’s still laughing at you. Wines, of course, merely smile. They are for the man who takes time. We don’t have many of those. Harry Craddock. The Savoy Cocktail Book, 1930.

Classic Commercials – »Mercedes-Benz«.

Ein Beitrag zum Themengebiet Arbeiten., geschrieben am 4. Februar 2012 von Thomas.

Es war einmal, vor langer, langer Zeit, in einem humorlosen Land, eine Werbeagentur, damals noch keine kritische Firmierung, die beschloss, es muss mehr Humor in die Werbung, damals noch keine eindimensionale Form der Markenkommunikation. Um ihre Gründung ranken sich Legenden, um ihren Niedergang auch, aber das vergessen wir jetzt mal. Diese Agentur machte sich die Gründerzeit des Privatfernsehens zu Nutze und brachte Kunden ins TV, die bis dahin an Fernsehwerbung in ARD und ZDF nicht zu denken wagten. Zu rar, zu teuer, zu gesetzt.

Diese Agentur war Mitte der 80er Jahre unbedarft, produktiv, kreativ, angstfrei. Und SIE begründete den Ruf Hamburgs als die Agenturstadt in Deutschland. Diese Agentur war irgendwann mit ihren Arbeiten für allerlei Mittelstandskunden so toll und berühmt, dass sie von der damals besten Automobilmarke Deutschlands beauftragt wurde, Mercedes-Benz. Diese Agentur hiess Springer & Jacoby. Und die musste 2010 dicht machen. Einst unvorstellbar.

Einer der vielen, tollen Spots aus der Mercedes-Ära von S&J, der mir besonders in Erinnerung geblieben ist, ist Love Affair. Okay, es geht um Sex, aber der verkauft ja bekanntlich nicht schlecht. Es wird aber eine wirklich spannende und überraschende Geschichte erzählt. In 45 Sekunden. Dafür braucht so mancher miese Film über 90 Minuten. Das Ding baut Spannung auf, die sich erst im letzten Moment völlig überraschend löst. Damals, so um 1988, ein Highlight im Werbeblock. Vor Dr. Dittmeyer. Nach Herrn Kaiser. Allerdings, bei aller Liebe: Ob viele der Arbeiten aus dieser Zeit wirklich je zur Marke gepasst haben ist ein ganz anderes Thema.

 

Lana Del Rey – »Born To Die«.

Ein Beitrag zum Themengebiet Hören., geschrieben am 1. Februar 2012 von Thomas.

Kultur fängt nicht bei großen Museumsbauten an. Sondern bei ganz kleinen Dingen. Was ziehe ich wie an? Wo gehe ich mit wem essen? Wie erhole ich mich wo vom Alltag? Puh, sag mal, jetzt kann man`s aber auch übertreiben, was soll das denn bitte, das ist das wahre Leben und wir wollen nicht in der Ästhetik einer Fernsehserie aufgehen … Nee, nee, ist schon klar, aber wer nicht wirklich auf Details achtet, der kann ganz schnell und überall Dinge übersehen, um die es einfach schade wäre. Einen flimmernden Filmschnipsel bei YouTube zum Beispiel. Im Sommer 2011. Von Lana Del Rey, dem neuen Ego vom Elisabeth Grant. Video Games. Okay, das war wahrscheinlich alles ziemlich genau geplant und geradezu perfekt inszeniert, aber egal, wenn`s gut gemacht ist … Jetzt ist nach sechs Monaten das passende Album dazu da. Endlich?

Natürlich sieht die Frau hammermäßig aus. Könnte auch, Mad Men-Fans aufgepasst, Sterling Cooper entsprungen sein. Okay, die Lippen, die sind gemacht, passt schon, denn hier geht`s ja um die Musik. Angeblich mit der freundlichen Unterstützung von Guy Chambers und Eg White, was überall zu lesen ist, was der Blick ins Booklet aber nicht bestätigt. Merkwürdig. Und die Songs so? Mmmhhh. Video Games ist toll. Born To Die lass ich auf meiner Beerdigung spielen. Diet Mountain Dew der fröhlichste Track der ganzen Scheibe. Aber der Rest klingt mir einfach zu ähnlich. Hier ein paar schöne Soundeffekte, da eine auf Retro getrimmte Studiospielerei. Und immer und überall dieser HALL über der Stimme. Also, ich weiß nicht. 4/10? Nee, so schlecht nun auch nicht. Maximal 6/10.

Wer das Ganze mal hören will, der klickt sich hier zu iTunes.


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