Archiv für das Themengebiet 'Erinnern.'

»Ja, Virginia, es gibt einen Weihnachtsmann.«

Ein Beitrag zum Themengebiet Anmerken., Erinnern., Leben., geschrieben am 24. Dezember 2018 von Thomas Lasser

1897 schrieb eine achtjährige der Zeitung New York Sun. Ihr Anliegen war so dringend, dass der Chefredakteur persönlich den Kolumnisten Francis P. Church beauftragte, eine Antwort zu entwerfen – für die Titelseite. Der Text wurde so berühmt, dass er Jahr für Jahr aufs Neue erscheint.

„Ich bin  acht Jahre alt. Einige meiner Freunde sagen, es gibt keinen Weihnachtsmann. Papa sagt, was in der Sun steht, ist immer wahr. Bitte sagen Sie mir: Gibt es einen Weihnachtsmann?“ Virginia O´Hanlon 

„Virginia, Deine kleinen Freunde haben nicht recht. Sie sind angekränkelt vom Skeptizismus eines skeptischen Zeitalters. Sie glauben nur, was sie sehen: Sie glauben, dass es nicht geben kann, was sie mit ihrem kleinen Geist nicht erfassen können. Aller Menschengeist ist klein, Virginia, ob er nun einem Erwachsenen oder einem Kind gehört. Im Weltall verliert er sich wie ein winziges Insekt. Solcher Ameisenverstand reicht nicht aus, die ganze Wahrheit zu erfassen und zu begreifen.

Ja, Virginia, es gibt einen Weihnachtsmann. Es gibt ihn so gewiss wie Liebe und die Großzügigkeit und die Treue. Und Du weißt ja, dass es all das gibt, und deshalb kann unser Leben schön und heizer sein. Wie dunkel wäre die Welt, wenn es keinen Weihnachtsmann gäbe! Sie wäre so dunkel, als gäbe es keine Virginia. Es gäbe keinen Glauben, keine Poesie – gar nichts, was das Leben erst erträglich macht. Ein Flackerrest an sichtbarem Schönen bliebe übrig. Aber das ewige Licht der Kindheit, das die Welt erfüllt, müsste verlöschen.

Es gibt einen Weihnachtsmann, sonst könntest Du auch den Märchen nicht glauben. Gewiss, Du könntest Deinen Papa bitten, er solle an Heiligabend Leute ausschicken, den Weihnachtsmann zu fangen. Und keiner von ihnen bekäme den Weihnachtsmann zu Gesicht – was würde das beweisen? Kein Mensch sieht ihn einfach so. Das beweist gar nichts. Die wichtigsten Dinge bleiben meistens Kindern und Erwachsenen unsichtbar. Die Elfen zum Beispiel, wenn sie auf Mondwiesen tanzen. Trotzdem gibt es sie. All die Wunder zu denken – geschweige denn zu sehen -, das vermag nicht der Klügste auf der Welt.

Was Du auch siehst, Du siehst nie alles. Du kannst ein Kaleidoskop aufbrechen und nach den schönen Farbfiguren suchen. Du wirst einige bunte Scherben finden, nichts weiter. Warum? Weil es einen Schleier gibt, der die wahre Welt verhüllt., einen Schleier, den nicht einmal die größte Gewalt der Welt zerreißen kann. Nur Glaube und Poesie und Liebe können ihn lüften. Dann werden die Schönheit und Herrlichkeit dahinter auf einmal zu erkennen sein. „Ist das auch wahr?“, kannst Du fragen. Virginia, nichts auf der ganzen Welt ist wahrer und nichts beständiger. Der Weihnachtsmann lebt, und ewig wird er leben. Sogar in zehnmal zehntausend Jahren wird er da sein, um Kinder wie Dich und jedes offene Herz mit Freude zu erfüllen.“

Frohe Weihnacht, Virginia! Dein Francis Chrurch

Ein Teil der Rede zum 80. Geburtstag meines Vaters.

Ein Beitrag zum Themengebiet Erinnern., geschrieben am 12. Januar 2015 von Thomas Lasser

Vater kann wirklich alles schrauben, sägen, hämmern. Und hat versucht dieses Talent als Kind an mich weiterzugeben. Leider völlig vergeblich. Was mir jedoch bis heute geblieben ist, ist ein Gefühl für Qualität, ein scharfes Auge für gut gemachte Produkte und der Respekt vor handwerklichem Können.

Vater kann gut kochen und mit Lebensmitteln umgehen. Und hat mich als Kind stets versucht zum Kochen zu motivieren. Nicht wirklich erfolgreich. Was aber hängengeblieben ist, ist der pure Spaß am Essen und Trinken, ein gesundes Empfinden für Geschmack und die Lust auf Genuss.

Vater mag Musik und singt gern. Auch mich hat er versucht, zum Singen zu bringen. Jahrelang habe ich geprobt im Knabenchor Hannover sauber vom Blatt zu singen. Mehr schlecht, als recht. Dafür mag ich bis heute anspruchsvolle Musik und knifflige Arrangements. Und zwar im Jazz.

Vater hat schon immer viel fotografiert oder gefilmt. Auch so ein Talent, was er mir aktiv leider nicht weitergeben konnte. Denn trotz der Digitalisierung und damit der Möglichkeit immer und überall Fotos und Filme machen und diese ganz einfach bearbeiten und schneiden zu können, bin ich da nicht dran. Habe aber eine große Liebe zum Film an sich und zum Sammeln von Fotografien entwickelt.

Rocky. Superman. Apocalypse Now. Blues Brothers.

Ein Beitrag zum Themengebiet Erinnern., geschrieben am 19. August 2014 von Thomas Lasser

Was für eine Geschichte!

Ein Beitrag zum Themengebiet Erinnern., geschrieben am 17. August 2012 von Thomas Lasser

Es wird Zeit für eine neue Kategorie hier im Blog. Denn in Zeiten der totalen Digitalisierung begeistere ich mich von Zeit zu Zeit für Analoges. Okay, digitalisiert. Mir fallen immer wieder, in Kartons, Schubladen, Zigarrenkisten, Alben, alte Fotoabzüge in die Hände, die mich an eine, sagen wir mal, erzählenswerte Geschichten aus dem 20. Jahrhundert erinnern. Und die würde ich gerne mal aufschreiben.

Ich stell in den nächsten Tagen mal eine Retro-Bildauswahl zusammen, scanne die und poste sie dann, je nach Lust und Laune, Jahreszeit und Hintergrund. Mit der jeweiligen Geschichte zu den ausgewählten Fotos. Natürlich ist damit irgendwie auch irgendwann wieder Schluss, denn das Archiv ist schliesslich endlich. Und die Geschichte wird digital weitergeschrieben. Klick.