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Schaumburger Ritter. Fast unschlagbar.

Ein Beitrag zum Themengebiet Essen., geschrieben am 19. Juni 2012 von Thomas Lasser

Hannover ist super, nur eröffnen hier für meinen Geschmack zu wenig interessante Restaurants. Wer nicht immer in die gleichen Läden will muss raus. Also: Ab ins Schaumburger Land.

Hey, Leser_In, mal ganz unter uns und natürlich im vollsten Vertrauen: Ich würde lieber mit einem Haufen wildgewordener überschminkter Teeniebräute in ihren Primark-Pullis, auf ihren Billig-Pumps eine Nacht in Hannover um die Häuser ziehen, Kiezclubs, Szenekneipen, Flaschenbier, Dönerbude, das volle Programm, als freiwillig in einem Restaurant im hintersten Winkel Niedersachsens essen zu gehen. Allein die Fahrt an den Arsch der Welt geht für mich gar nicht. Also, hin mag ja noch laufen, aber zurück? Eigentlich ja nur mit null Promille, was aber für mich im Zusammenhang mit gutem Essen in schöner Atmosphäre, mit kompetentem Service und in umwerfender Begleitung schlicht und ergreifend nicht denkbar ist. So. Das dazu.

Nun hörte ich aber von einem Laden im Schaumburger Land, dessen gastronomische Wurzeln bis ins Jahr 1448 zurückreichen. Und in dessen Küche seit 2006 Stephan Kehlenbeck steht, der in Häusern wie dem Nassauer Hof, Wiesbaden, dem Fürstenhof, Celle, und in der Insel, Hannover, einen durchaus guten Job gemacht haben soll. Das klingt erst mal spannend. Und das macht uns neugierig. Und zwar derartig, dass wir uns, zugegeben, ein bisschen genervt, auf den Weg ins weit vor den Toren der Stadt gelegene Rinteln machen.

Sportliche vierzig Autominuten später parken wir vor der Tür hübschen Hotel-Restaurants. Tja. Na gut, ist ja doch irgendwie ganz schön hier. Und auch romantisch. Mmmhhh. Die Baustelle rechts vom Haupthaus übersehen wir jetzt mal, die ist ja irgendwann nicht mehr da. Nichts wie rein. Wir freuen uns über einen herzlichen Empfang und sind platt: Das Restaurant ist an einem Mittwochabend praktisch voll. Damit hätten wir »so weit draußen« gar nicht gerechnet.

Überrascht sind wir auch vom der spannenden Speisekarte. Da ist für jeden was dabei. Und die Küche? Die kann die hohen Erwartungen durchaus erfüllen. Hier legt man Wert auf gute Produkte und die Leute in der Küche agieren sicher am Herd. Das Ganze wird garniert von einem flotten Service, der auch bei vollem Haus die Ruhe behält. Am Ende sitzen wir entspannt beim letzten Glas Wein. Hat sich nun der Trip nach Rinteln gelohnt? Ja, hat er. Kommen wir wieder? Ja, aber nur, wenn uns irgendwer fährt.

(Dieser Artikel erschien in »Hannover geht aus«, Ausgabe Sommer 2012)

Der spricht mir aus der Seele, der Mann.

Ein Beitrag zum Themengebiet Arbeiten., geschrieben am 11. Juni 2012 von Thomas Lasser

Ein Blog, das ich besonders gern lese, ist das vom Kollegen von Lobenstein aus Berlin. Hier kommt Ihr hin und da erfahrt Ihr auch alles Weitere über ihn und seine Agentur. Er schreibt oft über Themen, die auch mich bewegen. Und das sogar so, wie ich es annähernd auch getan hätte … Bestes Beispiel: Zum Thema einen Pitch verlieren hat er neulich einen tollen Eintrag veröffentlicht, den ich, weil ich ihn klasse finde, 1 : 1 kopiert habe und hier noch einmal online stelle. Das können gar nicht genug Leute lesen, die damit beruflich zu tun haben. Also los:

Einen Pitch zu verlieren ist scheiße. Kann man zwar diplomatischer ausdrücken, ist aber so. Als vermeintlicher Zweiter zu verlieren ist besonders scheiße. Von allen Verlierern ist man der erste Verlierer. Na toll! Fragen Sie mal beim FC Bayern in diesen Tagen nach, wie sich das anfühlt. Und in diesen berühmt-gefürchteten Anrufen vom Kunden nach dem Pitch fällt der Begriff “knapper Zweiter”, zurecht oder nicht, bekanntlich besonders gern. Man will der Agentur ja nicht noch zusätzlich “wehtun” und so. Also meist nicht nur verloren, sondern gefühlt auch noch  erster Verlierer.

Dann aber kommt der Gang zur Mannschaft. So wie Heynckes nach dem DFB-Pokal-Debakel seine Jungs wieder aufrichten musste für das “Finale dahoam”, so müssen wir unsere Truppe wieder aufrichten. Der nächste Pitch, das nächste Finale kommt bestimmt. Jetzt weiß ich zwar nicht, was Heynckes seiner Elf beim ersten Training nach der Niederlage erzählt hat (funktioniert hat es jedenfalls nicht). Aber ich kenne die 7 billigsten und schädlichsten Methoden, rhetorische Trostpflaster nach einem verlorenen Pitch zu verteilen. Ich habe sie nämlich alle schon selbst benutzt:

1. Der Kunde war noch nicht bereit für unsere Lösung.
“Sie fanden uns zu mutig, zu radikal, zu revolutionär für ihre Firma”. Die Wahrheit: Wir waren nicht gut genug, herauszufinden, was der Kunde wirklich braucht, was ihn auf dem Weg zur Erreichung seiner Ziele wirklich begeistern könnte.

2. Der Kunde hat sich für eine bestimmte Person entschieden.
“Der xy kennt den Marketingvorstand von früher. Die haben bei zx schon mal zusammengearbeitet”. Die Wahrheit: Wir haben es weder in der NB-Aquisitionsphase (und die gehört zum Pitch dazu), noch während des Pitches geschafft, den Kunden von den Köpfen und den Herzen der Agentur zu überzeugen und ihm abseits des reinen Pitchergebnisses Lust darauf gemacht, in den nächsten Jahren mit uns zu arbeiten.

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Das ist wirklich … wunderschön.

Ein Beitrag zum Themengebiet Arbeiten., geschrieben am 5. Juni 2012 von Thomas Lasser

Die liebe Kollegin AS aus HH hat mich via Facebook auf dieses wirklich tolle Filmchen aufmerksam gemacht … wow! Was für ein irres Projekt.

 

Head Of Sonstwas. Oder: So eine Art Direktor.

Ein Beitrag zum Themengebiet Arbeiten., geschrieben am 30. Mai 2012 von Thomas Lasser

Es gibt wohl kaum eine Branche in Deutschland, in der man so versessen auf Titel ist, wie in der Kommunikationsindustrie. Kunden wollen oft alles und jeden sehen, nur bitte keinen Junior. Mitarbeiter wollen meist alles sein, nur bitte kein Assistent. Nö, also ein Direktor muss es schon mindestens sein. Und sei es nur Of Sonstwas.

Ein mittlerweile schon klassischer Spaßanruf von Radio PSR aus Sachsen bei den Kollegen von Jung von Matt nahm vor einigen Jahren diese Unsitte charmant auf die Schippe. Und Chaoten am Telefon landeten damals offensichtlich wie von selbst in der Personalabteilung bei der damaligen Personalleiterin Carola Wendt. Wer`s noch nicht kennt … enjoy!

http://www.youtube.com/watch?v=1mu4sfNbt3I&feature=player_embedded

 

Ich schätze, ich gehe in diesem Jahr noch ganz schön oft ins Kino … endlich mal wieder!!!

Ein Beitrag zum Themengebiet Anmerken., geschrieben am 24. Mai 2012 von Thomas Lasser

 

Masha Qrella – »Analogies«.

Ein Beitrag zum Themengebiet Hören., geschrieben am 22. Mai 2012 von Thomas Lasser

Ein kurzer Blick auf den Stapel der CDs, die ich in den letzten sechs Monaten gekauft habe verrät: Ich leide offensichtlich unter einer bipolaren Störung. Denn: Die Cover sind entweder auffällig monochrom, gern schwarz-weiß, beruhigend, fast künstlerisch, oder völlig schrill, psychodelisch, durchinszeniert, monsterbunt. Hier ins Blog schaffen es meist nur die Scheiben mit Frontfotos der ersten Kategorie. Sollte ich zur Zeit etwa ein tiefenentspannter Mensch sein?

Wer heute Masha Qrella heisst, der kommt entweder aus … keine Ahnung … Island, St. Maarten, Burundi oder Berlin. Letzteres stimmt im Fall der Künstlerin, die mit Analogies nach langer, langer Zeit ein neues Soloalbum Album vorlegt. Und das ist so gefällig, dass ich mir die 10 Tracks durchaus als Soundtrack für meinen Sommer vorstellen könnte. Hier ein kleines The Smiths-Zitat, dort ein bisschen Wöhlfühl-Pop, ach ja, das kann man durchaus machen. Wenn man guter Dinge ist. Daher 6,75/10.

Hier klicken, bestellen und der Silberling kommt mit der guten, alten Post.

 

Das verspricht interessant zu werden …

Ein Beitrag zum Themengebiet Anmerken., geschrieben am 21. Mai 2012 von Thomas Lasser

 

Alt!?.

Ein Beitrag zum Themengebiet Leben., geschrieben am 14. Mai 2012 von Thomas Lasser

Seit gestern in der zweiten Hälfte der 40er unterwegs. Fühlt sich aber ganz gut an. Schal und Sakko passend zum Haar. Blume entsprechend der augenblicklichen Laune. Location dem Anlass angemessen. File under: Ein weiteres ganz tolles Mittagessen im Hotel Louis C. Jacob (´nen bisschen aus der Hüfte fotografiert …).

Norah Jones – »Little Broken Hearts«.

Ein Beitrag zum Themengebiet Hören., geschrieben am 7. Mai 2012 von Thomas Lasser

Reden wir mal über … Jazz. Hier natürlich nicht zum ersten mal, klar. Jazz auf Platte, das sind für mich vor allem und auch immer noch … Impulse, Verve, Blue Note. Auf letzterem Lable veröffentlichte 2003 eine gewisse Norah Jones ihr Debütalbum Come Away With Me. Der wahrscheinlich größte kommerzielle Erfolg der Firma, der sie wohl auch vor dem endgültigen Ruin rettete, künstlerisch, aber, sagen wir mal, von Jazz so weit entfernt, wie Prada von Primark. Okay, Don`t Know Why ist ein wirklich liebes Lied, schön, plätzschernd, bequem. Und auch ich, ich gebe es ja gerne zu, schob damals die Scheibe ab und zu in den Player, wenn ich wusste, es kommen Popkulturjunkies zum Tee. Kam immer glänzend an.

2012. Die Sängerin hat in den letzten Jahren den Songwriter Brian Burton, der sich als Produzent Danger Mouse nennt, kennengelernt und mit ihm einen, allerdings ganz herausragenden, Track für sein Album Rome aufgenommen. Ich schrieb dies ja schon hier. Das schein ihr zu gefallen, denn nun hat Norah Jones mit ihm zusammen Little Broken Hearts geschrieben und durchproduziert. Eine Platte voller Hass auf ihren Ex, düsterer Gedanken und böser Bilanz. Das kommt, im Kontext mit ihrer Säuselstimme, echt gut. Mich überrascht diese Platte sehr. Das hätte ich mir im übrigen vom Debüt von Lana del Rey gewünscht. Mit Inbrunst 7/10.

Kaufen, kaufen, kaufen! Hier. Wenn man auf Musik zum Anfassen steht.

 

Jugendfernsehen. Vor 35 Jahren.

Ein Beitrag zum Themengebiet Leben., geschrieben am 3. Mai 2012 von Thomas Lasser

Es war einmal, vor gar nicht all zu langer Zeit, in einer überhaupt nicht so weit entfernten Galaxis, da hatten wir nur dreieinhalb Fernsehprogramme. Und nur ganz wenige, dafür aber sensationelle Highlights innerhalb einer Fernsehwoche. Formate, die mich als Kind prägten, mich als Jugendlichen beeindruckten und mich, ganz ehrlich, bis heute faszinieren.

Sesamstraße. Ich weiß noch, wie ich 1973 die ersten Folgen im deutschen Fernsehen sah. Damals noch die US-Version. Herr Huber. Bob. Oscar. Bibo. Und wie sie alle hiessen. Dazu schon die Einspieler mit Ernie und Bert. Grobi. Kermit. Wundervoll. Auf eine ganz neue Art und Weise. Das war echt großes, kindgemäßes, anarchistisches Entertainment.

Eine amerikanische Familie. Nach einer Idee von Aaron Spelling. Eine Serie über eine typische Mittelstandsfamilie der 70er Jahre. Hat mir den American Way of Life beigebracht. Das ich natürlich damals total in Kristy McNichol, die die jüngste Tochter spielte, verknallt war, ist ja klar. Und dann gab`s da noch die Serien Lou Grant, Petrocelli, Rockford, Starsky & Hutch … Alles US-Kram. Deutsches TV brachte damals für mich die Samstagabendshow, OTTO, Timm Thaler, Das Traumschiff und Wir pfeifen auf den Gurkenkönig zu Stande.

Muppet Show. Der Hammer. Ohnehin und sowieso. Aber von wegen … Kinderfernsehen! Neulich fand ich zufällig eine Promoclip von Jim Henson. Wirklich wahnsinnig, was in den 70er Jahren noch angestellt werden konnte, um Senderchefs von einem neuen Format zu überzeugen. Aaaaaahhhhhh! Aber ganz ehrlich: I like.