La Rock. Frankie Goes To Hollywood.

Ein Beitrag zum Themengebiet Essen., geschrieben am 9. Dezember 2016 von Thomas.

Einer der versiertesten Gastronomen der Stadt hat einen neuen Laden. Für ihn ein langer Weg. Für mich ein echtes Vergnügen. 

Mal im Ernst: Man sollte nur noch Zuhause bleiben. Spontan einfach so ausgehen? Das machte früher mal Spaß, heute macht es nur noch müde. Überall nur Massenware und diese fürchterlichen Systemläden. Da ein weiteres Café Unvernunft, dort eine überflüssige Nudelbutze Allerlei. Runter vom Sofa, rein in die Kneipe? Nee, ab in die eigene Küche oder raus zu Freunden. Da weiß man, was man hat, oder …? Relax, dont`t do it.

Denn in der List gibt es seit September das La Rock, ein Restaurant, das der Modemann Uli Hahn mit dem Lokalmann Frank Ochotta an die Stelle des ehemaligen Azurro gezimmert hat. Ganz schön »rough«, partiell auch edel, irgendwie schon rockig, alles außer gewöhnlich. Ein Laden mit Charakter, wo, das sei schon mal verraten, es garantiert keine Gerichte von der Stange gibt, sondern eine junge Küche, die sich immer wieder neu erfindet. Saisonal, regional, phänomenal.

Hier könnte der Text eigentlich schon enden, der Leser das Heft zuklappen und selber mal hingehen. Wer trotzdem »dran« bleibt, der erfährt von diesen beiden jungen Köchen Annabell Müller (22!) und Phillip Wecke (25!), die etwas wirklich Großes in kurzer Zeit geschaffen haben: Eine Küche mit eigenen Stil, was man in Hannover nur noch sehr selten findet. Allein dieser Aspekt und Frank Ochottas Leidenschaft für guten Service schieben das Restaurant ganz oben auf meine Liste.

Dann lassen wir es also mal »rocken«, wie uns die Speisekarte verspricht. Eine Seite, je Kategorie drei Dinge zum Auswählen, fertig. Um unseren Appetit anzuregen wählen wir »Unser tägliches Brot«, kräftiges Bauernbrot aus der neuen Backstube von Jochen Gaues, üppig belegt mit frischen Tomaten, einer Avocadocreme und allerlei Salaten. Klasse gemacht und ideal zum Teilen, weil man ja noch mehr aus der Karte probieren will. Die Vorspeise lässt dann erahnen, was die Küche wirklich kann. Involtini, lauwarme Fleischröllchen vom Kalb, gefüllt mt einem Mix aus Basilikum und Saffran, abgerundet mit einer Paprikacreme als aromatischen Akzent. Zart, geschmackvoll, harmonisch, eine wundervolle Fortsetzung des ersten Kücheneindrucks. Im Hautgang? Zander! Und zwar Filets mit schmackhaftem Spitzkohl, gebratener Salami, einer Marmelade von schwarzen Oliven und einer Creme aus roten Tomaten. Dazu? Gnocchis! Insgesamt ein komplexes Geschmackserlebnis, das uns staunen lässt.

Dazu empfiehlt der Chef (auch) offene Weine, die man alle bedenkenlos ausprobieren kann. Und zwar von deutschen Winzern, die er gern persönlich kennt und die extra fürs La Rock ein besonderes Cuvée kreiert haben. Hier sind die Preise durchweg fair und die Qualität immer bestechend.

Frank Ochotta ist mit Uli Hahn und dem La Rock also ziemlich weit oben auf dem kulinarischen Olymp gelandet. Und was für Schauspieler bekanntlich Hollywood, ist für Gastronomen der Michelin. Der sollte hier zumindest mal reinschauen. Muss ja nicht – sofort, sogleich – ein Stern dabei rausspringen … Welcome to the pleasuredome!

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(Dieser Artikel erschien in »Hannover geht aus«, Ausgabe Winter 2016. Jetzt am Kiosk! Ich fotografiere in den Restaurants grundsätzlich ohne Blitz. Daher die maue Ausleuchtung.)

Die Zukunft des Bauens. Der Roboter strickt das Dach. Wow.

Ein Beitrag zum Themengebiet Arbeiten., geschrieben am 23. November 2016 von Thomas.

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Ein Beitrag zum Themengebiet Arbeiten., geschrieben am 27. Oktober 2016 von Thomas.

Eine journalistische Institution mit Hang zur Jugendlichkeit wird 40. Also ist nun echt nicht mehr jung. Happy birthday, liebes Blatt!

Seit 40 Jahren nerven mich Leute, die Hannover laaaaangweeeeeiiiiilig finden. Die, gern zugereist (Pattensen, Peine … es ist so paradox), sich über Ecken aufregen, in denen sie selten (nüchtern) waren. Die von Leuten abfällig reden, die sie vielleicht mal (zufällig) getroffen haben. Die sich das Maul über Konzerte zerreißen, die ich nie besuchen würde, weil ich schon vorher ahne, dass das nichts werden kann. Die von Kneipen, Bars und Restaurants erzählen, die sie sicher kennen, aber eben nicht wie ich, also wirklich gut. Und die natürlich noch nie den SCHÄDELSPALTER gelesen haben. Da kann ich nur sagen: selber schuld. Dann wüssten sie nämlich, was es sich hier lohnt zu erleben. Denn das Heft ist seit ewigen Zeiten DIE Illu der Stadt. Der Guide zum Genuss. Was Solides zum Lesen über das Leben an der Leine. Wer den SPALTER kauft ist … gut (auch informiert). Seit September 1993 bin ich ziemlich stolz, mich hier (und da) immer wieder redaktionell einmischen zu dürfen.

(Dieser Text erschien als kleiner Geburtstagsgruß im Jubiläumsheft des SCHÄDELSPALTER für den November 2016. Jetzt am Kiosk!)

Ach sooo … alles klar. Endlich! (via »Schöne Texte«)

Ein Beitrag zum Themengebiet Arbeiten., geschrieben am 17. Oktober 2016 von Thomas.

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Wie wahr. Wie schön. Auch wenn der Faktor Kinder fehlt.

Ein Beitrag zum Themengebiet Leben., geschrieben am 4. Oktober 2016 von Thomas.

Wenn unser Ziel eine glückliche Ehe ist, dann müssen wir klein denken. Wir müssen das Konzept Ehe aus nächster Nähe betrachten und wir müssen erkennen, dass sich dahinter keine Poesie verbirgt – sondern 20.000 ganz normale Mittwoche.

Derselbe Mensch, an 20.000 Mittwochen – damit das funktioniert, müssen einige Voraussetzungen erfüllt sein. Ehe ist nicht die Reise in die Flitterwochen in Thailand – es ist der vierte Tag des 56. Urlaubs, den Sie zusammen machen. Ehe ist auch nicht der Moment, in dem Sie sich über den Kauf eines Hauses freuen – sondern das 4386. Abendessen in eben diesem Haus. Und Ehe ist ganz sicher nicht wie Valentinstag – mehr wie ein Mittwoch, den man schnell wieder vergisst. Nur eben zusammen.

Deshalb mache ich mir keine Gedanken über Schmetterlinge, Küsse im Regen oder darüber, wie man zwei Mal am Tag Sex haben kann – dass das alles nicht der Realität entspricht, werden Sie selbst herausfinden. Stattdessen widme ich mich der Frage, wie man diese ganz normalen Mittwoche mit maximal viel Glück füllen kann.

Der Artikel (hier nur ein Auszug) erschien im englischen Original auf waitbutwhy.com.

Miles Davis. Zum 15. Todestag. Für immer ein Genie.

Ein Beitrag zum Themengebiet Hören., geschrieben am 28. September 2016 von Thomas.

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Ist es noch Sport? Oder ist es schon Kunst?

Ein Beitrag zum Themengebiet Arbeiten., geschrieben am 22. August 2016 von Thomas.

Hannes Malte Mahler (1968 – 2016). Ich bin sehr traurig.

Ein Beitrag zum Themengebiet Leben., geschrieben am 20. Juli 2016 von Thomas.

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America The Beautiful (landschaftlich betrachtet).

Ein Beitrag zum Themengebiet Reisen., geschrieben am 14. Juli 2016 von Thomas.

Das Dilemma vieler Print-Journalisten.

Ein Beitrag zum Themengebiet Anmerken., geschrieben am 23. Juni 2016 von Thomas.

Die von mit sehr geschätzte Journalistin Susanne Gaschke schrieb neulich in der Welt am Sonntag über die Hybris ihrer Kollegen und solcher, die sich dafür halten. Denn: Medien sind in der Bevölkerung mittlerweile ebenso unbeliebt wie viele Politiker. Buzzword Lügenpresse. Fatal, wenn man selber meint, eigentlich Qualitätsmedien zu konsumieren und sich einen großen Teil seiner Meinung mit ihrer Hilfe bildet. Wie konnte es bloss so weit kommen? Eine Spurensuche …

“Die Medien sind ja die vierte Gewalt”, soll ein ehemaliger Chefredakteur der “Berliner Zeitung” einmal gescherzt haben, “aber was sind noch mal die anderen drei?” Der “Spiegel” vergleicht Journalisten in einem Artikel aus diesem Frühjahr mit den demokratisch gewählten Abgeordneten der Parlamente: “Wenn man so will, sind auch die Medien in Deutschland repräsentativ. Journalisten haben es zu ihrem Beruf gemacht, die Nachrichten zu gewichten und zu entscheiden, was wichtig und was nicht so wichtig ist”, schreiben die Autoren – und stellen ihren Lesern gleich noch die “Vertrauensfrage”.

Ein Mitglied der “Zeit”-Chefredaktion sagt in einem Jubiläumsinterview zum 70. Geburtstag der Wochenzeitung, wenn auch mit einem relativierenden Nachsatz: “Wir Journalisten haben eine Muezzin-Position.”

Diese drei Selbsteinschätzungen sprechen, vorsichtig ausgedrückt, nicht eben für ein mangelndes Selbstbewusstsein des Berufsstandes. Drei der vier Gewalten werden kontrolliert, von Wählern, von übergeordneten Instanzen, von der Presse. Wer aber kontrolliert die “vierte Gewalt”? Parlamentsabgeordnete werden gewählt und beziehen daraus ihre Legitimation. Wer legitimiert die Medien? Und wozu genau? Unter welchen Umständen müssen sie zurücktreten? Schließlich: Muezzin und kritisches Instrument der Aufklärung? Ernsthaft?

Schirrmacher sah “journalistisches Übermenschentum”

Hier sei die These gewagt, dass die Haltung, die in den zitierten Äußerungen erkennbar wird, in journalistischen Kreisen ziemlich verbreitet ist. Der frühere “FAZ”-Herausgeber Frank Schirrmacher hatte dafür kurz vor seinem Tod eine harte Formulierung gefunden: Er nannte sie “journalistisches Übermenschentum”.

Es ist zumindest denkbar, dass journalistisches Übermenschentum das Publikum sowohl politik- als auch medienverdrossen macht. Dass es also im Ergebnis schlecht für Verlagshäuser ist. Schlecht für Rundfunk- und Fernsehanstalten. Vor allem aber schlecht für die Demokratie.

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